Bondora: Ergebnis der riskanten Einkäufe

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Bondora: Ergebnis der riskanten Einkäufe

Bondora P2P riskante Einkäufe
Im April hatte ich den Artikel Bondora: Riskante Einkäufe veröffentlicht. Nachdem ich bereits Angang Juni die Startegie aussetzte, möchte ich dir heute mein Ergebnis zeigen.
Was war die Strategie?

Ich hatte verstärkt in überfällige Kredite am Zweitmarkt investiert. Konkret kaufte ich Anteile, die 1-3 Tage überfällig waren, bereits mehrere Raten abbezahlt hatten und mit Abschlägen von 5%-20% angeboten wurden. Alles mit dem Ziel nach Rückzahlung der säumigen Rate, die Anteile zum Parwert zu verkaufen und damit die Zinsen sowie die Einkaufsdifferenz als Gewinn einzustreichen. Tatsächliche Ausfälle (Status Rot) sollten zeitnah ebenfalls verkauft werden, da ich grundsätzlich Ausfälle zu 100% für meine eigene Renditeberechnung abschreibe.
Anfängliche Erfolge und ein schnelles Ende

Am Anfang lief alles nach Plan und dem sprichwörtlichen "Brezel backen". Einige Kredite wurden tatsächlich bereits am Einkaufstag bedient und sofort weiterverkauft. Besser konnte es ja garnicht laufen. Meine Renditekurve explodierte förmlich. Laut der Statistik bei Bondora kletterte diese bis auf über 550% p.a. an und auch meine eigene Renditeberechnung war im Hoch bei über 150%. Klar - die Werte lassen sich nicht halten, irgendwann (2 Monate später) musste es zu Ausfällen kommen. Trotz des Bewusstseins stellte sich, rückblickend, eine deutliche "Euphorie" bei mir ein. Plötzlich erwischte ich mich beim investieren in Kredite, die schon länger im Verzug waren. Ich nahm kleinere Abschläge in Kauf, kaufte große Anteile oder mehrere kleine des selben Kredites .....
Mit der Einführung der Portfolios schob mir Bondora indirekt einen Riegel vor. Plötzlich brach der Sekundärmarkt ein. Es gab gefühlt keinerlei lohnenswerte Kredite mehr, was mich letztendlich erst mal von der Strategie abbrachte.
Versuch einer Auswertung

Eine 100%ige Auswertung ist mir nicht wirklich möglich. Dafür hätte ich mir jeden einzelnen Kreditanteil notieren müssen, wofür mir bei der Anzahl der Aufwand zu groß war. Rückschlüsse auf einen Erfolg, oder auch Misserfolg, lassen meine allgemeinen Aufzeichnungen, die Bondora Statistiken und Oktaeder's Box of Bondora zu. Es sind alle damals gekauften Kredite verkauft, auch die ausgefallenen.
Alle Statistiken zeigen einen deutlichen Gewinn in den Einkaufsmonaten März und April. Mit rund 222€ war der April mein bester Monat überhaupt. Bereits im Mai fielen die ersten Kredite aus, "frische" kamen kaum mehr hinzu und der monatliche Gewinn schrumpfte deutlich. In den Folgemonaten zeigt sich dann noch deutlicher, dass ich insgesamt über 80 Verlustabschreibungen durchführen musste. Die Ausfälle wurden alle mit 50-80% Abschlag verkauft. Schmerzlich - besonders bei den größeren Anteilen. Betrachte ich nur die ausgefallenen Anteile, so hätte ich rund 300€ verbrannt.
Unter dem Strich habe ich aber Plus gemacht. Bilde ich die Durchschnitte der Statistiken ab, so sind insgesamt ca. 150€ Gewinn auf die Strategie der "riskanten Einkäufe" zurückzuführen.
Was ich heute anders machen würde

Das positive Endresultat belegt, dass die Strategie aufgehen kann. Allerdings würde ich heute wahrscheinlich ein paar Sachen anders machen:
Die Länderauswahl. Ich würde nur noch in estnische Kredite investieren. Ob der Anteil der Rückzahlungen und Ausfälle, im Verhältnis zur Kaufzahl, unterschiedlich ausfielen, kann ich nicht genau sagen. Auf alle Fälle lassen sich die ausgefallenen Spanier und Finnen deutlich schwerer wieder verkaufen.
Weiterhin würde ich nur noch mit höheren Abschlägen einkaufen. Wo genau die Grenze zwischen Chance und Risiko liegt, kann ich auch nicht genau sagen. Unter 10% Abschlag (rein aus dem Bauchgefühl heraus) werde ich wahrscheinlich keine überfälligen Anteile mehr kaufen.
Sicherlich lassen sich schlussendlich die Ausfälle auch noch länger halten und so der Gewinn über die Zeit noch weiter optimieren.
Fazit

Man kann mit dem günstigeren Einkauf von überfälligen Krediten bei Bondora Geld verdienen. Das Gewinnpotential ist hoch! Höher, als beim normalen Investieren. Auf der anderen Seite ist man dafür wieder einem höheren Risiko ausgesetzt und einem, das ich vorher nicht auf dem Radar hat: Man selbst und die eigene Gier, welche am Ende alles zunichte machen könnte.
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