Bondora Zweitmarkt Strategie

ViaInvest P2P-Plattform
Vorstellung: ViaInvest
20. Januar 2017
Erstes Fazit nach 3 Monaten
Erstes Fazit nach 3 Monaten
30. Januar 2017
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Bondora Zweitmarkt Strategie

Bondora P2P-Kredite Zweitmarkt
Etwas Ähnlichkeit zu dem netten Flohmarkt im Beitragsbild hat meine aktuelles Bondora-Portfolio schon. Von Tag zu Tag macht mir der Handel auf dem Sekundärmarkt mehr Spaß. Es muss wohl in den Genen eines PKW-Verkäufers liegen, ständig irgend etwas an- und verkaufen zu müssen. An meiner aktuellen Zweitmarkt Strategie möchte ich dich heute teilhaben lassen.

Warum gerade bei Bondora?

Die P2P-Plattform bietet momentan ideale Bedingungen um mit einer aktiven "Handelsstrategie" Gewinne einfahren zu können. Dies hat 2 ganz entscheidende Ursachen. Zum einen gibt es per se keinen Primärmarkt mehr. Einzigste Möglichkeit um an komplett neue Kredite zu kommen ist der Portfoliomanager (PM). Leider ist dieser nicht 100%ig ausgereift. Vielen Anlegern fehlen einige wichtige Filtereinstellungen und ärgern sich häufig über Gebote, beispielsweise auf spanische High Risk Kredite, die kaum einer im Portfolio haben möchte. Dem geschuldet ist der Sekundärmarkt sehr aktiv und ein paar Prozente Aufschlag durchaus in Kauf genommen. Die zweite Ursache, welche ein gewinnbringendes Handeln begünstigt, sind die Gebühren. Bis vor einigen Monaten musste man noch einen kleinen Prozentsatz vom verkauften Kreditanteil in Bondoras Kasse abgeben. Dies ist aktuell nicht mehr der Fall.

Wie sieht meine Strategie konkret aus?

Diese beruht im Prinzip auf 2 Säulen:

a) Kauf "solider" Kredite: Grundsätzlich kann man nie wissen, ob und wie pünktlich ein Kreditnehmer monatlich seine Schulden zurückbezahlt. Allerdings zeigt die Statistik doch eine gewisse Tendenz. Beispielsweise sind Kredite in den Ratings B bis E am meisten rentabel und auch in der Länderstatistik liegen Esten vor den Finnen und Spaniern. Entsprechend halte ich Ausschau nach Esten in den genannten Ratings und achte zusätzlich noch auf die erfolgten Tilgungen nach dem Rückzahlungsplan. Diese lassen sich in der Regel mit 1-2% Aufschlag einkaufen und landen postwendend wieder mit 3-5% Aufschlag auf dem Sekundärmarkt. Im Schnitt sind diese 2-3 Tage später verkauft. Ganz perfekt läuft es natürlich, wenn ich diese Kredite kurz vor dem Zahlungstermin erwerben kann, der Kreditnehmer pünktlich Zinsen bezahlt und ich darauffolgend einen Verkauf erzielen kann. Selbst wenn bei dieser "Kreditart" der Verkaufserfolg zunächst ausbleiben sollte, so ist mein Portfolio um einen "soliden" Kredit reicher geworden.

b) Kauf überfälliger Kredite mit Abschlag: Hierbei suche ich auf dem Zweitmarkt explizit nach überfälligen Krediten mit Abschlag. Das Risiko ist natürlich enorm höher. Auch wenn die Abschläge oft sehr verlockend sind kaufe ich hier noch sehr zurückhaltend und selektiere im Detail. Insbesondere achte ich verstärkt auf vergangene Zahlungseingänge, Alter des Kreditnehmers, evt. Wohneigentum, Rabattlage anderer Kreditanteile des selbigen und, zugegeben, mein spekulatives Bauchgefühl. Prinzipiell können wiederum 3 Ereignisse eintreten: der Weiterverkauf mit weniger Abschlag, der Kreditnehmer zahlt nach und ich bekomme den Anteil ohne Abschlag los oder der Kredit fällt aus und ich muss voll und ganz auf den Inkassoprozess von Bondora vertrauen. Im unten dargestellten Beispiel konnte ich Anteile mit 80% Abschlag einkaufen und habe alle besser weiterverkaufen können. Wäre super, wenn es immer so funktionieren würde! Allerdings täuschte mich mein Baugefühl auch bereits 1mal. Ich bin gespannt, was nun nach dem Ausfall passiert ...

Mein erstes Fazit nach 4 Wochen ...

... fällt bisher sehr positiv aus. Dank Oktaeders API lässt sich der Erfolg leicht auswerten:
Eine großartige Diagrammauswertung erspare ich mir an der Stelle. Ich denke diese sprechen für sich. Trotz meines Ausfalls, den ich vorsorglich zu 100% abschreibe, pushen meine Verkaufsaktivitäten meine Rendite (XIRR) auf aktuell 96,80%. Dieser Wert ist natürlich nach der kurzen Zeit noch nicht aussagekräftig, wird zuätzlich durch mein kleines Bondora-Portfolio begünstigt und schwankt täglich um ca. +-10%. Nicht jeder Tag verläuft verkaufstechnisch optimal - wie im wahren Leben :-)

Vor-/Nachteile der Strategie im Überblick

Als Hauptvorteil sehe ich die große Chance auf eine satte Zusatzrendite. Gerade bei einem kleinen Porfolio macht sich dies extrem bemerkbar. Dem gegenüber steht vor allem das erhöhte Risiko. Gerade mit dem "High-Risk-Trading" von überfälligen (oder/und ausgefallenen) Krediten lässt sich auch schnell die komplette Rendite zerstören! Ein weiterer Nachteil ist der erhöhte Zeitaufwand. Die Strategie ist definitiv nichts für Anleger, die eher passiv investieren möchten. Ebenfalls könnte ich mir gut vorstellen, dass eine Umsetzung mit größeren Portfolien schwieriger wird. Zu guter Letzt muss noch erwähnt werden, dass die Strategie auch von Bondora selbst abhängig ist. Werden Sekundärmarktgebühren wieder eingeführt, so funktioniert sie wahrscheinlich nur noch eingeschränkt.

Wie geht es weiter?

Solange ich Spaß an der Strategie habe, werde ich diese weiter verfolgen und gelegentlich berichten. Ich hoffe im Laufe der Zeit ein noch besseres Gespür für gute Gelegenheiten entwickeln zu können.

Gerne darfst du mir auch deine Erfahrungen und Tipps mitteilen ;-) Vielen Dank dafür!

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