Was sind P2P-Kredite

Was sind P2P-Kredite überhaupt?

P2P-Kredite (englisch peer-to-peer oder social lending) sind frei übersetzt Kredite von Privatpersonen an Privatpersonen. Hierbei fällt die Bank als Kreditvermittler weg. Das Prinzip ist nicht neu, allerdings begünstigte die Entwicklung des Internets ein stetig wachsendes Aufkommen von P2P-Krediten. Früher mussten sich Kreditgeber und Kreditnehmer kennen – heute bringen verschiedene Internetmarktplätze beide zueinander.

Als erste erfolgreiche Kreditplattform ist hier das aus Großbritannien stammende Unternehmen Zopa zu nennen, welches sich seit 2005 am Markt etabliert hat. Weltweit wurden 2005 etwa 118 Mio. US-Dollar mit P2P-Krediten verliehen. Im Folgejahr stieg das Volumen bereits auf 269 Mio.$ und 2007 auf rund 647 Mio. US-Dollar. Seitdem konnten bis heute, und vermutlich auch zukünftig, jährlich steigende Zahlen gemeldet werden. Allein in Europa wurden 2015 über 2,1 Mrd. Euro über P2P-Kredite finanziert.

Wer ist die Zielgruppe für P2P-Kredite?

In erster Linie richtet sich das Hauptaugenmerk auf Personen, die bei einer herkömmlichen Bank nur sehr schwer einen oder gar keinen Kredit bekommen würden. Eine der Bank gegenüber schwache Bonität kann mehrere Ursachen haben. Beispielsweise müssen sich Banken selbst an strenge Richtlinien bei der Kreditvergabe halten (Stichwort Basel II ff.). Das hat zur Folge, dass einkommensschwächere Privatpersonen kaum bis keine Chance auf einen Kredit haben. Diesem Personenkreis bleibt folglich nur die Chance auf einen P2P-Kredit. Darunter fallen beispielsweise auch Studenten, Menschen mit befristeten Jobs, etc..

Auch viele Unternehmensgründer sind auf P2P-Kredite angewiesen. Mit innovativen Geschäftsideen steht man bei Banken oft vor verschlossenen Türen und ein kurzfristiger Geldbedarf bei Selbständigen kann sich auch (viel zu häufig) zu lange hinziehen.

Wer jetzt allerdings denkt, auf P2P-Plattformen bekommt "Jeder" einen Kredit, der liegt damit komplett falsch. Auch bei P2P-Krediten muss eine gewisse Bonität vorhanden sein. Im Regelfall wird eine Kreditanfrage mit einem eigenen Bonitätsranking versehen. Hiernach richten sich eventuelle Gebühren und Zinssätze. Investoren können dann für sich selbst festlegen, in welche Kategorie sie investieren möchten.

Eben angesprochene Investoren gehören natürlich ebenfalls zur Zielgruppe einer P2P-Kredit-Plattform. Ohne diese wäre das Prinzip nicht möglich. Zu den Investoren gehören hauptsächlich Geldanleger, welche eine Alternative zu kurz- und mittelfristigen Anlageformen suchen. Tagesgeldkonten, Festzinsanlagen usw. bringen in Niedrigzinsphasen nur sehr bescheidene Renditen. Hier kann ein P2P-Kredit die lohnendere Investition sein!

Chancen & Risiken für Investoren

Chancen & Risiken für Kreditnehmer

Steuerliche Behandlung der Zinsen

Zinsgewinne aus P2P-Krediten unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Kapitalertragssteuer und müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Genauer gesagt erfolgt dies in Anlage KAP. Anders als bei deiner Haus- oder Depotbank gibt es im P2P-Bereich keine automatischen Meldungen, Freistellungsaufträge oder ähnliches. Allerdings besteht auch hier die Möglichkeit vom sogenannten Sparerpauschbetrag Gebrauch zu machen. Die deutschen P2P-Plattformen stellen dir am Jahresende jeweils eine "Zinsübersicht" zur Verfügung. Die ausländischen Plattformen bieten diesen Service aktuell noch nicht. Hier musst du selbst herausfinden, wie hoch deine erwirtschafteten Gewinne sind. Hierzu zählen im allgemeinen Zinsen, Verzugszinsen, Zinseinnahmen aus Rückkäufen und ggf. Erträge von Verkäufen auf dem Sekundärmarkt. Im Bild siehst du - beispielhaft - die Selektion bei Mintos. Inwiefern dies dann alles einzutragen ist, bzw. wie sich die Zinsgewinne bei dir konkret steuerlich auswirken, dazu berät dich der Steuerberater deines Vertrauens sicherlich gerne!