Die „Aforti-Krise“

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30. Juni 2019
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Die „Aforti-Krise“

Blogbild Afortikrise
Seit Anfang August, gut 2 Jahre nach dem Eurocent-Debakel, scheint sich eine weitere kleine Krise anzudeuten. Diesmal betrifft es den polnischen Kreditvermittler Aforti Finance und - im Gegensatz zu damals - betrifft es mich diesmal selbst mit.
Was ist passiert?

Am 06.08. hat ein aufmerksamer User im P2P-Forum festgestellt, dass auf der P2P-Plattform Viventor plötzlich viele Aforti-Anteile mit größerem Abschlag auf dem Zweitmarkt verkauft werden. In der Detailansicht der Kredite tauchte dann auch dieser Warnhinweis auf:
Wegen dem Ausbleiben von Zahlungen, von Aforti an Viventor, wurden erstmal sämtliche Rückzahlungen an uns Investoren und die Rückkaufgarantie ausgesetzt. Im Laufe des Tages kletterten die Abschläge auf bis zu -35% hoch. Zumindest war es der höchste Wert, den ich persönlich gesehen habe. Für mich persönlich war es da schon zu spät um überhaupt noch reagieren zu können. Am 07.08. sperrte dann auch Mintos sämtliche Aforti Kredite am Primär- und Sekundärmarkt.

Claus Lehmann, der Forenbetreiber des P2P-Kredite Forums, hatte umgehend sämtliche Parteien um Stellungnahmen geben und diese auch zeitnah erhalten. Er hat diese in seinem Blog veröffentlicht. Viventor und Mintos gehen von Zahlungsschwierigkeiten aus, Aforti dementierte dies und verwies darauf, dass man die Zusammenarbeit mit Viventor - wegen technischen Hürden und einer Umstrukturierung von Aforti - beenden möchte. Bereits vorletzte Woche gab es dann wohl auch bereits ein erstes persönliches Treffen der Parteien in Warschau. Allerdings ist bisher nicht wirklich viel bekannt, außer "wir arbeiten an einer Lösung".

Wer die Statements nachlesen möchte, der kann dies gerne hier tun. Ich bin mir sicher, dass er auch in den kommenden Tagen und Wochen dort alle wichtigen Neuigkeiten posten wird. Vielen Dank Claus für dein Engagement an der Stelle!

Aktuell fließen wohl, sowohl auf Mintos als auch bei Viventor, wieder Rückzahlungen. Hoffentlich bleibt das so ....
Wie stark betrifft es mich

Wie eingangs schon erwähnt, betrifft es mich diesmal selbst mit. Fast die Hälfte meines Viventor Portfolios besteht aus Krediten von Aforti Factor und Aforti Finance. Bei Mintos habe ich keine Kreditanteile. Hier war Aforti, eben wegen der hohen Gewichtung auf Viventor, im Autoinvestor abgewählt. Konkret liegen im Moment also ca. 1400€ im Feuer.
Was habe ich getan

Gebot Nummer 1: Ruhe bewahren. Nicht ohne Grund schreibe ich erst ein paar Tage später über den Fall. In den ersten Tagen brodelt die Gerüchteküche immer sehr stark und jeder weiß alles viel besser als der andere. Fluch und Segen des Internets sag ich da nur. Die gegenseitigen Schuldvorwürfe der betroffenen Parteien und deren Marketinggeschätz tun ihr übriges.

Gebot Nummer 2: Rückbesinnung auf die eigene Strategie. Theoretisch sollte sich jeder vor seiner ersten Investition Gedanken darüber gemacht haben, wie er in eben so einer Situation reagieren soll. Bei mir ist es die Methode "Aussitzen". Im Worst-Case-Fall sind die 1400€ weg. 100% Ausfall. Aus meiner Sicht ist das Szenario relativ unwahrscheinlich, aber möglich. Insgesamt ist das sicherlich nicht schön, aber 1400€ entspricht bei mir in Summe etwa einem Jahr an P2P-Zinsen. Es bringt mich nicht um und bedeutet auch nicht, dass ich meinen Lebensstil nicht mehr halten kann.

Gebot Nummer 3: Auto Investor anpassen. Egal wie die Geschichte ausgeht, Aforti ist für mich erstmal ein gebranntes Kind und indem ich Aforti aus dem AI verbanne, lege ich nicht noch mehr Geld ins Feuer.
Was lernen wir daraus

Vollkommen egal, wie sich die Situation in den nächsten Wochen/Monaten/Jahren aufklärt und weiterentwickelt. Es ist ein Denkzettel. Einer der dazu einläd, sich das Risiko hinter den P2P-Krediten wieder vor Augen zu führen. Gerade für die Neulinge unter uns, die das nun zum ersten mal erleben dürfen. Ein Denkzettel, der erneut zeigt, dass die beliebte Buyback-Garantie 0,0 Wert ist, sobald der Darlehensanbahner in Liquiditätsprobleme gerät. Sie wird halt einfach ausgesetzt und Punkt. Weiterhin zeigt die ganze Thematik, dass man sich kaum bis garnicht davor schützen kann. Sie kommt plötzlich und Zeit zum Reagieren tendiert gegen null. Wer von euch jetzt deshalb beunruhigt ist, Bauchschmerzen hat/hatte, Nachts nicht schlafen kann/konnte usw., dem empfehle ich dringend nochmal über die eigene P2P-Investitionsstrategie nachzudenken.
Ich drück uns allen die Daumen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen. Schreibt mir bitte mal in die Kommentare, ob ihr betroffen seid, wie ihr reagiert und was ihr daraus lernt. Würde mich brennend interessieren. Vielen Dank!

4 Kommentare

  1. Mathias P. sagt:

    Hi und Danke für den Beitrag.

    Ich bin leider auch betroffen und auch nur bei viventor. Bei mir sind etwa 156€ Euro betroffen.

    Ich habe da jetzt auch nicht überreagiert und hab die einfach zum Verkauf angeboten ohne Auf- oder Abschlag.

    LG Mathias

  2. Tbee sagt:

    Ich habe auch relativ viele bei viventor in aforti investiert allerdings dann doch nicht ganz die Summe von dir. Ich habe sogar auf dem peak der Krise auf dem zweit Markt zugekauft und liege bei knapp 500 € wenn es gut geht gibt es eine extra Pizza wenn nicht tuts halt eine weile weh 😉
    Ich vertraue mal auf Lars insider wissen http://p2p-game.com/p2p-cafe-7-dirk-2019-lars-thomas-dirk-fernsehpromi-aus-hannover-und-seine-afforti-kredite aus dem letzten Plausch
    Klang für mich plausibel….

  3. Kasalla sagt:

    Nicht vergessen, dass der eine bei einer Krise verliert und viele anderen daran gewinnen….und dann wieder umgekehrt.

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