Envestio – Mein erster Totalausfall?

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Envestio – Mein erster Totalausfall?

Es scheint, als müsste ich mich mit dem ersten Totalausfall einer P2P-Plattform in meinem Portfolio beschäftigen ....
Was ist los?

Schon im Dezember kamen im Netz Gerüchte auf, dass bei Envestio etwas nicht stimmt. Der Verkauf der Plattform im Sommer 2019, ein neuer COO der wohl einen Eintrag mit "Finanzbetrug" im Lebenslauf stehen hat, ... Eine brodelnde Gerüchteküche, die ich erst einmal als solche wahrgenommen und stehengelassen habe.

Claus Lehmann hat die Ereignisse, die ich nur am Rand mitverfolgte, schön zusammengefasst. Wer die Details nachlesen möchte, dem lege ich seinen Artikel Funkstille bei Envestio. Was passierte mit 30 Mio. Anlagegeld? ans Herz. Dem Artikel braucht man nichts hinzuzufügen.
Meine Gedanken zum IST-Stand

Ein bestätigter Fakt: Die Website ist nicht mehr da. Ich habe wenig Hoffnung, dass es sich nur um technische Schwierigkeiten handelt. Es schenkt mir glauben, dass die ganzen Gerüchte eine Art "bank run" ausgelöst haben und dass dieser letztendlich die Plattform zu Fall gebracht hat.

Entsprechend gehe auch davon aus, dass ich meine Investition auf dieser Plattform als Totalausfall innerlich abschreiben kann. Es ist kein schönes Gefühl. Klar - wer verliert gerne Geld? Keiner! Ich hatte zum Glück "nur" 390€ investiert. Das entspricht ungefähr 3,5% der Gesamtsumme meines P2P-Portfolios und verpasst meiner Gesamtperformance höchstens eine "sichtbare Delle". Überleben werde ich es.

Sicherlich ist das sehr ärgerlich, versteh mich bitte nicht falsch, aber genau hier zeigt sich wieder, dass P2P-Kredite zur Hochrisikoanlage gehören. Mit dem Risiko habe ich investiert, mit den Konsequenzen muss ich nun klar kommen.
Was kann man nun tun?

Das folgende mag nun hart klingen, ist aber meine persönliche Meinung:

Kurz, knapp und realistisch: NIX.

Sicherlich kann man, wie Claus es schreibt, Strafanzeige bei der estnischen Polizei stellen oder sich einen Anwalt in Estland nehmen. Zumindest die Strafanzeige per Email macht nicht viel Aufwand und kostet nichts. Meiner Meinung nach, wird das aber alles nichts bringen, sollte es sich tatsächlich um Betrug und SCAM handeln. Zumindest bringt es effektiv nichts. Das Geld ist weg. Mit dem Gedanken sollte man sich anfreunden. Hoffen und Beten kann man natürlich immer. Das sinnvollste wird es sein, den Steuerberater seines Vertrauens oder das Finanzamt zu kontaktieren um zu klären, inwieweit der Verlust steuerlich geltend gemacht werden kann und welche Nachweise ggf. zu erbringen sind.
Signalwirkung für die Zukunft?

Egal wie die Geschichte ausgehen wird, bin ich gespannt auf die Auswirkungen auf den gesamten P2P-Markt. Ich bin mir sicher, dass es nicht komplett spurlos an der kompletten Branche vorbeigehen wird. Die konkreten Folgen wage ich nicht abschätzen zu können. Sehen wir hier den Beginn einer tieferen Krise? Platzt eine Blase? Bricht hier ein "House of Loans" zusammen? Wie reagieren andere P2P-Anbieter? Wie die Investoren? Folgen daraus weitere Regulierungen? .... Fragen über Fragen. Keine Antwort.
Wie siehst du die Situation? Bist/warst du ebenfalls investiert? Wie reagierst du nun? Schreib es mir in die Kommentare!

1 Kommentar

  1. tbee sagt:

    Moin Stefan
    Ich bin selbst auch nur mit wenigen Euro betroffen. Wenn man das in der Steuer gelten machen möchte brauchts wohl eine Anzeige bei der Polizei (um die Schadenssumme zu beziffern) und allein um wenigstens den Burschen ein bisschen das Leben unangenehm zu machen werde ich diese wohl auch aufgeben. Die erste deutschsprachige Selbsthilfegruppe (auch zu Kuetzal) hat sich in Telegram bereits formiert sind einige Investoren schon unterwegs, Anwälte wurden kontaktiert usw. mehr Details zu beiden Fällen und was die nächsten Schritte sind habe ich mit den Initiatoren der Gruppen letztens besprochen könnte für dich und dein Leser auch interessant sein: http://p2p-game.com/podcast-p2p-deep-dive-fakten-zu-kuetzal-envestio-mit-selbshilfeteam-dirk-philipp
    grüße
    Thomas

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